Priesterseminar Münster
Schatten

Forum Borromaeum: Christen in der Wende

Forum Borromaeum

Am Montag (14. Dezember 2009), war im Rahmen des "Forum Borromaeum" ZDF-Korrespondent Joachim Jauer zu Gast im Priesterseminar. Jauer sprach zum Thema "20 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs" und stellte dabei sein neues Buch "Urbi et Gorbi. Christen als Wegbereiter der Wende" vor, in dem er den Fall des Eisernen Vorhangs aus seiner Sicht als Zeitzeuge und Journalist beschreibt.

Durch seine Tätigkeit beim ZDF erlebte er als Berichterstatter in der DDR hautnah den Fall der Mauer. In dem Vortrag, an den sich eine offene Fragerunde anschloss, ging Jauer vor allem auf das Mitwirken der Christen in Ostdeutschland an der Wende ein und berichtete lebhaft, wie z.B. in Leipzig die Montagsdemonstrationen immer mit einem Friedensgebet begonnen hatten.

Zudem stellte er die besondere Beziehung von Papst Johannes Paul II. und Gorbatschow heraus. Schon zu Beginn seines Pontifikates habe der Papst 1978 in einer Rede gemahnt: "Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus. Öffnet die Grenzen und Staaten, die wirtschaftlichen und politischen Systeme für seine Macht!" Auch bei seinem Besuch 1979 in Polen habe er die Polen und Tschechen bestärkt, trotz starker Verfolgung ihren Glauben zu leben, und 1989 sogar Gorbatschow im Vatikan empfangen.

Jauer berichtete weiter, wie er selbst die Zeit des Umbruchs in Polen und Ungarn erlebte: "Die deutsche Revolution wäre ohne polnische und ungarische Revolution nicht denkbar." Erst Die Widerstände in den einzelnen Ländern im Ostblock hätten dazu geführt, dass dieses System ins Wanken geriet. Und dieser Wandel sei vor allem durch die Bezeugung der Wahrheit, wie Johannes Paul II. es immer wieder betonte, zustande gekommen. Somit könne man heute nach 20 Jahren sagen: Was Johannes Paul II. im Jahre 1979 angestoßen hat, wurde im Jahr 1989 von Gorbatschow zugelassen, was den "Eisernen Vorhang" zu Fall gebracht hat.

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