

Freisemester in Innsbruck
Dom St. Jakob.
Nach zwei Jahren im Borromaeum hieß es für mich im Sommer vorläufig ein Jahr Abschied von Münster zu nehmen und in einer anderen Stadt meine Außensemester zu verbringen. Diese absolviere ich nun schon seit dem September 2009 in Innsbruck. Die Zeit dient für mich in erster Linie dazu, sich selbst in einem gänzlich fremden Umfeld neu herauszufordern und vor allem seinen Weg mit Gott und seine eigene Berufung zu prüfen.
Die ersten Wochen waren geprägt von den Eindrücken einer neuen Stadt, einer neuen Universität, neuen Menschen und natürlich auch von der Umgebung. Gerade die Berge und Innsbruck als Wintersportort haben es mir, dem oldenburgischen Flachländler angetan. Besonders genieße ich hier aber das Leben und Wohnen im Studentenwohnheim mit anderen Studenten aller Fachrichtungen und verschiedener Länder. Vom Start weg hatte ich somit sofort sozialen Anschluss in einer fremden Umgebung gefunden, was mir das Einleben doch sehr erleichterte. Ein schönes Phänomen im Wohnheim, das mir immer wieder auffällt, ist, dass ich merke, wie sehr doch auch junge Leute Fragen zum Glauben haben, obwohl sie eigentlich nicht viel damit in ihrem Leben bisher zu tun hatten. Oft sind es einfachste Fragen oder aber auch das ein oder andere Vorurteil zum Priesterbild, die es gilt zu beantworten oder auszuräumen. Ich bin froh, jetzt schon sagen zu können hier neue Freunde gefunden zu haben, die die Zeit hier bisher zu einer guten werden ließen.

Blick von der Hungerburg ins Tal.
Ein wesentlicher Unterschied zu Münster ist mit Sicherheit auch die Universität und die theologische Fakultät insbesondere. Es läuft hier, so ist mein Eindruck nach einem Semester, alles wesentlich weniger hektisch ab und auch das Studieren in erheblich kleineren Gruppen (Vorlesungen mit 20 statt mit 200 Studenten) ist eine positive Erscheinung. Ich bin fast geneigt zu sagen, dass es etwas Familiäres hat hier zu studieren. Es ist alles ein wenig entspannter und unkomplizierter als in Münster. Meinem Erachten nach ist es ein großer Vorteil der Außensemester an einer anderen Uni zu studieren und andere Teilbereiche der Theologie und neue Professoren kennenzulernen.
Aber auch außerhalb der Universität hat Innsbruck einiges zu bieten, ob Kultur, Natur oder Großevent, die Stadt bietet für jeden Geschmack das richtige. Das Leben macht hier einfach Freude. Besonders die Berge haben ihre ganz eigene Wirkung auf mich. Es ist einfach schön, in einer kleinen Gruppe eine Bergtour zu unternehmen und dem ganzen touristischen Treiben in der Innenstadt zu entfliehen. Ein weiteres Schmankerl war Anfang des Jahres definitiv auch die Handball EM 2010 in Österreich und dem Spielort Innsbruck. Ich hatte das Glück noch relativ kurzfristig und günstig Karten für einen Spieltag mit deutscher Beteiligung zu bekommen.

Innufer.
Ich bin sehr dankbar für meine bisherige Zeit hier in Innsbruck, für die Begegnungen mit neuen Menschen und die Erfahrungen, die ich bislang gemacht habe. Nicht zuletzt bin ich froh, sagen zu dürfen, dass ich genau daran merke: Gott begleitet meinen Weg. Das bisherige Semester hat mir gezeigt, wie wichtig einzelne geistliche Dinge (persönliches Gebet, hl. Messe) für mich auch außerhalb des Seminarlebens sind.
In dieser Zuversicht, dass Gott an meiner Seite ist, freue ich mich schon jetzt auf eine schönes Sommersemester 2010 hier in Innsbruck.
Innsbruck im Februar 2010
Benedikt Wobbeler




