

Monatsporträt: Sebastian Frye
2. Semester Theologie, Aus der Gemeinde St. Mariä Geburt in Eggerode
Was sind das für junge Männer, die im Borromaeum wohnen und sich auf das Priesteramt vorbereiten? Einen kleinen Einblick in ihr Leben sollen die Kurzportraits geben, in denen sich monatlich jeweils ein Priesteramtskandidat durch die Beantwortung von fünf Fragen vorstellt.
Das war mir in den letzten Wochen besonders wichtig ...
In den letzten Wochen standen die Vorbereitungen auf die Prüfungen sehr im Mittelpunkt. Es war mir daher in dieser Zeit sehr wichtig trotz all der Mühen, die das Studium fordert, Zeiten der Ruhe und des Gebetes zu haben. Dies war nicht immer ganz einfach, doch ich merke, dass mich gerade solche Zeiten sehr stärken und ich auch hierdurch wieder neue Kraft und Antrieb für das Studium finde.
Dieses Buch habe ich zuletzt gelesen ...
Zuletzt habe ich das Buch "Narziß und Goldmund" von Hermann Hesse gelesen. Es war für mich sehr bewegend zu sehen, wie zwei Freunde aneinander erkennen mit welch unterschiedliche Gaben sie gesegnet sind und dass es beim Finden des eigenen Weges keineswegs darum geht den Weg eines Anderen noch einmal zu gehen, sondern in aller Freiheit seinen eigenen Weg auf zu spüren.
Ich möchte gerne mal treffen ...
Wenn ich überlege wen ich einmal treffen möchte denke ich nicht so sehr an eine lebende Person. Ich würde viel lieber ein wenig in die Zukunft schauen und einen Priester der Zukunft schon heute treffen. Mich würde interessieren was es in fünfundzwanzig bedeutet in einer Kirche Priester zu sein deren Gestalt heute noch niemand voraussagen kann. Es würde mich einerseits um der Kirche willen interessieren, um zu wissen, wie es ihr in den nächsten Jahren ergehen wird. Dieses Interesse ergibt sich für mich aber auch aus einem sehr persönlichen Grund, da sich mir immer wieder die Frage aufdrängt, auf was ich mich einlasse, wenn ich heute Priester für eine zukünftige, sicherlich sehr veränderte Kirche werde.
Da würde ich gerne mal hin ...
Das Reisen ist für mich schon seit meiner frühen Kindheit etwas Wunderbares. Das Kennen lernen von fremden Völkern, Landschaften und Kulturen ist für mich sehr wichtig um meinen eigenen Horizont immer wieder zu erweitern, um nicht bei dem stehen zu bleiben, was all zu eindeutig zu sein scheint. Doch könnte ich nur schwer ein Ziel nennen, dass ich einmal bereisen möchte. Ein Land, das ich unbedingt wieder einmal besuchen möchte ist allerdings Israel. Die Zeit, die ich im letzten Jahr dort verbracht habe, hat mich sehr geprägt und tief beeindruckt. Ich denke oft zurück an den See Genezareth, die grünen Hügel Galiläas und die überwältigende Atmosphäre Jerusalems …
Deswegen möchte ich Priester werden …
Ich befinde mich zwar erst eineinhalb Jahre in der Priesterausbildung des Seminars, merke aber bereits jetzt wie sehr sich die Motive Priester werden zu wollen wandeln können. Deshalb kann ich von meinem jetzigen Standpunkt aus sagen, dass ich Priester werden möchte, weil ich versuchen möchte Gott möglichst viel Raum zu geben, um an mir wirken zu können. Ich hoffe, dass ich so immer mehr zu einer tiefen Beziehung mit IHM gelange, aus der ich Leben kann. Weil ich selbst erfahren habe und immer wieder erfahre wie schön es ist ein Leben mit einem Gott zu führen, der meinem Leben einen Sinn gibt und welche Freude es ist diesem Gott mit anderen in seiner Kirche zu folgen, möchte ich diese Erfahrungen nicht für mich behalten. Ich möchte also als Priester ein Zeichen sein für die Lebendigkeit Gottes, auch in unserer Zeit, und für die Freude, zu der uns der Glaube an Jesus Christus führen will.




