WAS IST EINE BERUFUNG?
Be|ru|fung, die: -, -en:
2. besondere Befähigung, die jmd. als Auftrag in sich fühlt.
Gott liebt mich! Persönlich und unbedingt. Das ist unsere Überzeugung als Christen. Und Er beruft jeden von uns auf einen Weg, auf dem wir Verwirklichung und Glück finden.
Darüber hinaus spüren manche Christinnen und Christen einen inneren Ruf zu einer besonderen Lebensaufgabe in der Kirche. Als Ordensleute oder Priester schenken sie sich ganz Gott und stellen ihr Leben in den Dienst der Menschen und der Kirche.
Wie erkenne ich, ob ich berufen bin?
Berufungswege
sind bunt und vielfältig. Die einen spüren schon in der Jugend den Wunsch,
Priester werden. Andere entdecken den Ruf später, zuweilen nachdem sie schon
viele Jahre Erfahrung in anderen Berufen gesammelt haben. Welchen Verlauf der
eigene Weg auch nimmt, immer ist er Ausdruck der ganz persönlichen
Berufungsgeschichte mit Gott. Auch die Reaktionen auf den Ruf sind
unterschiedlich: Manche handeln sofort, andere – die meisten – sind zunächst
verunsichert und vermuten, dass sie sich irren.
Es gibt Zeichen, die erste Hinweise geben, ob jemand zum Priestersein berufen sein könnte: Die Beziehung zu Gott ist einem wichtig. Man möchte sie vertiefen und mit anderen teilen. Das persönliche Engagement in der Kirche, in der Pfarrgemeinde, in Jugendgruppen, als Messdiener erfüllt einen mit Freude.
Die Idee, Priester zu werden, kommt einem immer wieder mal in den Sinn. Ein Gedanke, der fasziniert und zugleich Angst macht, weil man sich der Aufgabe nicht gewachsen fühlt. Oft wird auch innere Unruhe erlebt: Ohne wirklichen Grund ist man mit der derzeitigen Lebens- und Arbeitssituation nicht zufrieden und sehnt sich nach „mehr“.
Klarheit finden
Sich über die eigene Berufung klar
zu werden, ist ein spannender Weg. Es braucht Zeit zu Reflexion und
Gebet, zum Hören auf Gott. Dazu gehört, das Gespräch mit Gott bewusst
Tag für Tag zu vertiefen, ihn um Licht und Klarheit für den eigenen Weg
zu bitten, um Bereitschaft und Mut, seinem Ruf zu folgen. Wertvoll
können auch regelmäßige Gespräche mit Priestern oder Ordenschristen
sein, die in Berufungsfragen erfahren sind. Diese „geistliche
Begleitung“ schafft Raum, um über das eigene Leben, über Fragen und
Unsicherheiten hinsichtlich der Berufung ins Gespräch zu kommen.
