Porträt Niklas Belting

Porträt: Niklas Belting

Was sind das für junge Männer, die im Borromaeum wohnen und sich auf das Priesteramt vorbereiten? Einen kleinen Einblick in ihr Leben sollen die Kurzportraits geben, in denen sich monatlich jeweils ein Priesteramtskandidat durch die Beantwortung von fünf Fragen vorstellt.

Was war mir in den letzten Wochen besonders wichtig?
Die ersten Wochen der Fastenzeit zu nutzen, um mich innerlich wirklich und ernsthaft auf Ostern vorzubereiten, trotz aller Prüfungen. Dabei hat mich ein Satz aus Jesaja besonders angesprochen und motiviert: "Nur in Stille und Vertrauen findet ihr Kraft." Und gerade diese beiden Dinge sagen sich leicht, doch sich ganz darauf einzulassen, ist deutlich schwerer.

Dieses Buch habe ich zuletzt gelesen?
Viele Bücher warten noch darauf, gelesen zu werden. Ganz gelesen hab ich zuletzt den ersten Band von Tolstoj "Krieg und Frieden" und die "Aphorismen zur Lebensweisheit" von Arthur Schopenhauer. Das negative er. Gerade das negative negative Menschen- und Weltbild dieses Philospohen hat mich dazu angeregt, ein klareres Profil des christlichen Menschenbildes zu suchen.

Ich möchte gern mal treffen …
Den heiligen Franziskus, weil er es geschafft hat, sen Leben ganz für Gott und seine Mitmenschen hinzugeben und dafür ein Leben in Reichtum und Sicherheit aufgegeben hat. Und natürlich Beatrix, die Königin der Niederlande. Zum einen, weil ich dieses Land liebe, zum anderen, weil Beatrix eine offene und authentische Persönlichkeit ist.

Da möchte ich gerne mal hin …
Ganz spontan fällt mir Israel ein. Die Pilgerfahrt im Propädeutikum hat mich nachhaltig beeindruckt, vor allem die Gastfreundschaft der Menschen dort. Ein weiteres Wunschziel ist Asien, vielleicht China und irgendwann auch einmal Russland.

Deswegen möchte ich Priester werden …
Zuerst einmal ist das Gefühl der Existenz und der Gegenwart Gottes der Grund für diese Entscheidung. Gott ist der Grundsatz meines Lebens geworden und bleibt doch das größte Geheimnis und ist nicht eine einfache Erklärung für alles. Ich kann mir ein Leben ohne Gott nicht vorstellen und möchte diese Beziehung mit meinem Leben bezeugen, vielleicht als Priester, aber vor allem in der Gemeinschat mit anderen, die auf dem Weg sind. Letzlich ist es einfach und doch schwer: Ich bin berufen zu einem Leben mit Gott.