

"Häresie der Formlosigkeit"
v.l.: Prof. DDr. Thomas Sternberg, Martin Mosebach und Moderator Dr. Oliver Rothe.
Am 10. Dezember 2008 fand die erste Veranstaltung dieses Semesters aus der Reihe "Forum Borromaeum" statt. Dazu war der Schriftsteller Martin Mosebach eingeladen worden, der sich in seinem Buch "Häresie der Formlosigkeit" mit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanums beschäftigt hat. In seinem Eingangsreferat führte er unter anderem aus, dass seiner Meinung nach die Reformen des Konzils die Liturgie, die nicht von Menschen gemacht worden, sondern objektiv von Christus vorgegeben gewesen sei, durch einen Formbruch entstellt hätten, was zu einer Entkatholisierung geführt habe.
Dem entgegnete Prof. DDr. Thomas Sternberg, Direktor der Akademie Franz Hitze Haus in Münster, in seiner Antwort. Hierzu erläuterte er, dass die Vorstellung einer a-historischen Liturgie idealisiert und nicht haltbar sei. Im Zuge des Zweiten Vatikanums sei es der liturgischen Bewegung darum gegangen, eine Wesensrückkehr zu erreichen weg von einer Formbehaftung, die die Begegnung mit dem Göttlichen verstellt habe. Sich auf den Ästhetikbegriff bei Romano Guardini berufend stellte Herr Sternberg heraus, dass vereinzelt auftretende Schwächen in der gegenwärtigen Umsetzung der Liturgie auch nicht durch einen neuen Formalismus zu beheben seien.
Im Anschluss an den Dialog zwischen Herrn Mosebach und Herrn Sternberg bot sich dem Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen.




